Die Millenniums-Entwicklungsziele
im Südlichen Afrika



Simbabwe

Ziel 7: Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit

Simbabwe ist durch die globalen Klimaveränderungen stark betroffen, die sich vor allem darin zeigen, dass die Zahl lang anhaltender Dürreperioden zunimmt. Dass die Abholzung der Wälder voranschreitet, kann die Klimasituation nur noch weiter verschlechtern. 1990 waren noch 57,5% der Fläche Simbabwes bewaldet, 2001 nur noch 49,2%. Wie die "Zimbabwe Conservation and Development Foundation" Mitte 2005 feststellen musste, sind inzwischen auch Nationalparks von Zerstörung bedroht. So haben landlose Bauernfamilien mit offizieller Duldung große Flächen des Gonarezhou Nationalparks in Ackerland verwandelt und dafür die bisherige Vegetation sowie die Tierpopulation teilweise vernichtet.

Angesichts der zurückgehenden Niederschläge wäre eine Landwirtschaftsförderung erforderlich, die einerseits gezielt die Bewässerungslandwirtschaft unter Einsatz wassersparender Methoden fördert und andererseits den Regenfeldbau dabei unterstützt, mit Dürreperioden besser zurechtzukommen, zum Beispiel durch die Förderung des Anbaus von Pflanzenarten, die längere Trockenperioden gut überstehen. Nötig ist auch die Verbesserung der Versorgung der Landwirtschaft mit Wasser durch breit angelegte Programme des "rain water harvesting", also das Sammeln von Regenwasser von Dächern in Tanks sowie das Speichern von Oberflächenwasser durch kleine Erdwälle und Dämme. Eine solche langfristig angelegte und entschlossen durchgeführte Landwirtschaftspolitik fehlt aber bisher in Simbabwe.

Der Anteil der Menschen, die Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, erhöhte sich von 1990 bis 2002 von 77% auf 83%. Es besteht also die Aussicht, die Zahl der Menschen, die keinen Zugang haben, bis 2015 zu halbieren. Der Anteil der Menschen mit Zugang zu einer sanitären Entsorgung hat sich im gleichen Zeitraum von 49% auf 57% erhöht. Hier sind größere Anstrengungen erforderlich, um dem Millenniumsziel zumindest nahe zu kommen.

Als Problem erweist sich zudem im Trinkwasser- und Abwasserbereich, dass der Rückgang staatlicher Leistungen sich auch auf diesem Gebiet auswirkt. So beklagten sich Anfang Juli die Bewohnerinnen und Bewohner von zehn Stadtteilen im Norden von Harare, dass sie seit zehn Tagen kein Trinkwasser erhielten. Die Stadtverwaltung gab als Grund eine geborstene Hauptleitung an, ein Schaden, der andernorts und früher auch in Harare binnen Stunden oder zumindest eines Tages behoben wurde. Die Bewohner befürchteten den Ausbruch von Seuchen, wenn die Versorgung nicht umgehend wieder aufgenommen würde. Die Bewohner des Arbeiterviertels Tafara warteten im Mai bereits zwei Monate vergeblich darauf, dass eine Abwasserleitung repariert wurde, aus der das Abwasser in einen Fluss strömte, der vorher zur Trinkwasserversorgung gedient hatte, nachdem die städtische Trinkwasserversorgung schon längere Zeit nicht mehr funktionierte. In einem in London erschienen Bericht heißt es, dass die Infrastruktur "zugrunde geht". Selbst in der simbabwesche Presse, die unter massivem staatlichen Druck steht, wird ausführlich über die Missstände berichtet.

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