Die Millenniums-Entwicklungsziele
im Südlichen Afrika



Simbabwe

Ziel 6: Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen Krankheiten

Jede Woche sterben nach Angaben staatlicher Stellen 4.500 Menschen an AIDS. Die Zahl der Kinder, die durch AIDS zu Waisen wurden, wird auf eine Million geschätzt. Der Anteil der Bevölkerung, der mit HIV/AIDS lebt, hat sich nach offiziellen Angaben von 2003 bis Anfang 2005 von 24,6% auf 21,3% vermindert. Dieser Erfolg wurde von Gesundheitsminister David Parirenyatwa mit der Aufklärungsarbeit und der Verhaltensänderung der Bevölkerung begründet. Einschränkend muss gesagt werden, dass eine Senkung der Infektionsrate um ein Achtel in kaum mehr als einem Jahr die Frage der Zuverlässigkeit der Berechnungen aufwirft. Selbst wenn man eine hohe Sterberate von AIDS-Kranken, die die Höhe der Infektionsrate der lebenden Bevölkerung vermindert, annimmt, dürfte sich kaum jemand infiziert haben, um die angegebene Verminderung des Anteils der Menschen mit HIV/AIDS zu erreichen. Dies erscheint unwahrscheinlich. Immerhin können die Zahlen darauf hindeuten, dass die Ausbreitung von HIV/AIDS auf einem wenn auch hohen Niveau stabilisiert werden konnte.

Nach Angaben der "Zimbabwe Association of Doctors for Human Rights" haben die Vertreibungen aus städtischen Armenvierteln im Jahre 2005 negative Auswirkungen auf die Behandlung HIV positiver Kinder und Erwachsener gehabt. Die Menschenrechtsvereinigung appellierte an regionale und internationale medizinische Vereinigungen, ihren Einfluss zu nutzen, um die Regierung Simbabwes zur Beendigung der Vertreibungen zu bewegen.

Dass HIV/AIDS besonders gravierende Auswirkungen auf simbabwesche Frauen hat, stellte Tendai Westerhof kürzlich in dem Buch "Unlucky in Love" dar. Wenn ein Test ergibt, dass sie und ihr Mann HIV positiv sind, wird von dem Mann und häufig auch von Verwandten der Frau dafür die Verantwortung gegeben und sie wird nicht selten aus dem gemeinsamen Haus vertrieben. Aber auch wenn dies nicht geschieht, bleibt der Frau die Verantwortung für das Überleben und Wohlergehen der Kinder. Tendai Westerhof betont: "Es ist höchste Zeit, dass sowohl Männer als auch Frauen die Verantwortung für das übernehmen, was sie tun."

Frauen in ländlichen Gebieten tragen die Hauptverantwortung für die Arbeit in der Landwirtschaft, und wenn die Männer in der Stadt arbeitet, müssen sie die schwere Arbeit allein leisten. Erkranken sie oder Familienmitglieder an AIDS, bleibt sehr viel weniger Zeit für die landwirtschaftliche Arbeit. Die Folge ist, dass die Produktion zurückgeht und sich damit auch die Ernährungslage der Familie verschlechtert, obwohl gerade Menschen mit HIV/AIDS auf eine gute und vielseitige Ernährung angewiesen sind. National wirkt sich außerdem aus, dass die Infektionsrate unter Landarbeiterinnen und Landarbeitern auf den großen Farmen mit 43% besonders hoch ist und deshalb bereits deutliche Produktionsrückgänge zu verzeichnen sind.

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