Die Millenniums-Entwicklungsziele
im Südlichen Afrika



Simbabwe

Ziel 1: Beseitigung der extremen Armut und des Hungers

Anfang des Jahrhunderts musste 64,2% der 12 Millionen Einwohner Simbabwes mit weniger als zwei Dollar am Tag leben, 36% sogar mit weniger als einem Dollar. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung lebt unterhalb der offiziellen Armutsgrenze. Diese Armut ist um so schwerer zu ertragen, als die Betroffenen erleben, dass die weiße Bevölkerung und die schwarze Oberschicht einen ungleich höheren Lebensstandard genießen. Für 1995 liegen die letzten Daten über die Einkommensverteilung vor. Damals mussten die ärmsten 10% mit 1,8% des Nationaleinkommens auskommen, während die reichsten 10% auf 40,3% kamen. Der heutige Grad der Verarmung großer Teile der Bevölkerung wäre noch dramatischer, wenn nicht drei Millionen Menschen aus Simbabwe nach Südafrika migriert wären, um dort eine Beschäftigung zu finden und die Familien in der Heimat zu unterstützen. Jeden Monat kehren 300.000 Menschen notgedrungen ihrer Heimat den Rücken, um nach Südafrika zu gehen.

Die Vertreibung von etwa 700.000 Menschen aus städtischen Armenvierteln und die Zerstörung dieser Wohngebiete im Rahmen der Aktion "Murambatsvina" ("Schafft den Müll weg") hat das Ausmaß der Armut in Simbabwe deutlich erhöht. Allein in Harare verloren nach Berechnungen einer simbabweschen Nichtregierungsorganisation für obdachlose Menschen mindestens 375.000 Menschen ihre Häuser und Hütten. Die Regierung plant nach eigenen Angaben auf dem Gelände der zerstörten Unterkünfte den Bau von 10.000 Häusern für 300 Millionen Dollar. Die vertriebenen Stadtbewohner sind in Übergangslagern außerhalb der großen Städte untergebracht worden und müssen fürchten, dass dies für lange Zeit so bleiben wird. Die Regierung appellierte Ende Juli an die Vereinten Nationen und die übrige internationale Gemeinschaft, an der Finanzierung des Baus neuer Häuser mitzuwirken. Dieses Ansinnen stieß nicht nur international, sondern auch bei der politischen Opposition Simbabwes auf Ablehnung, zumal parallel die Zerstörung von Armenvierteln fortgesetzt wurde. Die Erwartung der Regierung, dass die Vertriebenen in ursprüngliche ländliche Heimatgebiete zurückkehren würden, erfüllten sich u.a. deshalb nicht, weil die Stadtbewohner dort über kein Land verfügen und damit keine Überlebensmöglichkeit haben.

Von 1975 bis 2001 stieg der Anteil der städtischen Bevölkerung von 19,6% auf 34,5%. Die städtische Infrastruktur ist bei weitem nicht in gleichem Umfang gewachsen, ebenso wenig die Zahl der Arbeitsplätze. Dies hat zu einem raschen Anstieg der Zahl der städtischen Armen geführt. Es wird erwartet, dass der Anteil der städtischen Bevölkerung bis 2015 auf 41,4% steigen wird, eine enorme Herausforderung im Kampf gegen die städtische Armut.

Die Dürre 2005 hat sichtbar gemacht, wie gefährdet die Ernährung großer Teile der Bevölkerung ist. Internationale Hilfsorganisationen befürchteten im Juli 2005, dass bis zu 4,5 Millionen Menschen in den folgenden Monaten auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sein würden. Aus politischen Gründen zögerte die Regierung aber, einen Hilfsappell an die internationale Gemeinschaft zu richten und erklärte, über genügend eigene Maisvorräte zu verfügen bzw. importieren zu können, um die von Hunger bedrohte Bevölkerung zu ernähren. Das "World Food Programme" fürchtet, dass die internationale Finanzierung der Nahrungsmittelhilfe mangels Kooperationsbereitschaft der Regierung schwierig wird.

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