Die Millenniums-Entwicklungsziele
im Südlichen Afrika



Malawi

Ziel 8: Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft

Malawi hat entsprechend den Vorgaben des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank ein "Poverty Reduction Strategy Paper" erarbeitet. Die Umsetzung wird nun allerdings wesentlich dadurch behindert, dass die internationale Gemeinschaft die erforderlichen Mittel nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung stellt. In einem IWF-Bericht vom Juli 2005 heißt es hierzu: "Die begrenzte Finanzierung wird eine der zentralen Herausforderungen bleiben." Mitte 2005 betrug die Verschuldung Malawis 173 US-Dollar pro Kopf der Bevölkerung. Das entspricht ziemlich exakt dem Prokopfeinkommen im Jahr (2003: 170 Dollar). 2003 musste Malawi mehr als ein Drittel seines Staatsetats für den Schuldendienst aufwenden, doppelt so viel wie für den Gesundheitsbereich.

Die einseitige Abhängigkeit vom Tabakexport hat sich in den letzten Jahren sehr negativ auf die malawische Wirtschaft ausgewirkt. Die Erlöse pro Tonne Tabak haben sich für Malawi auf dem Weltmarkt innerhalb der letzten sechs Jahre mehr als halbiert. Allein 2005 sanken sie gegenüber dem Vorjahr um 22%. Der Kleinbauer James Kambiri wird in der Presse so zitiert: "Wir können auf der Grundlage dieser Preise nicht leben. Sie decken nicht die Kosten des Kunstdüngers, den wir zum Anbau benötigen, und auch nicht die Transportkosten, um den Tabak auf den Markt zu bringen. Dies bedeutet, dass wir keine Lebensmittel kaufen können und unsere Kinder mit Sicherheit hungern müssen." Die letzten Regierungen und mit ihr Weltbank und Internationaler Währungsfonds hatten die Kleinbauern aufgefordert, Tabak anzubauen -- die negativen Folgen müssen die Bauernfamilien nun allein tragen. Die Rhetorik von Partnerschaft erweist sich als hohl, wenn diejenigen, die die Menschen ins Unglück gestürzt haben, wie im Falle von Malawi allenfalls mit neuen Krediten und neuen Auflagen für diese Kredite zur Überwindung der Probleme beitragen. Auch der Tabakkonzern Philip Morris lehnt jede Verantwortung für die Schwierigkeiten der Tabakanbauer in Malawi ab. Eine Sprecherin: "Wir handeln nicht direkt mit den Anbauern und besitzen auch keine eigenen Farmen. Wir kaufen nur von Händlern, die den Tabak bei Auktionen kaufen."

Besonderer Bedarf für eine internationale Unterstützung besteht in Malawi im Bereich der Informationstechnologie und Telekommunikation. Je 1.000 Einwohner gibt es nur 8 Telefonanschlüsse und auch nur 13 Mobiltelefone (Stand 2003). Die Zahl der Internet-Benutzer betrug 2003 nur 3 je 1.000 Einwohner.

Malawi erhielt 2003 26 Millionen Euro deutsche Entwicklungshilfe, 2,4 Euro je Einwohner. Malawi gehört trotz des relativ niedrigen Wertes zu den Schwerpunktpartnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Im Mittelpunkt stehen die Förderung von Grundbildung, Gesundheit und demokratischer Dezentralisierung. Aus EU-Entwicklungsmitteln flossen 2003 72,1 Millionen Euro nach Malawi. Das Gesamtvolumen der Entwicklungsgelder betrug 2002 377,1 Millionen Dollar, 31,8 Dollar je Einwohner. Malawi ist bis zu 80% seiner Budgetfinanzierung vom Ausland abhängig.

Bei einem Besuch in Malawi im Juli 2005 erklärte Prof. Jeffrey Sachs, der Sonderberater des UN-Generalsekretärs für die Millenniumsziele, dass Malawi diese Ziele noch erreichen könne. Er betonte, dafür sei das Niveau der internationalen Hilfe aber nicht hoch genug und die Mittel der Regierung Malawis reichten auch nicht aus. Aber: "Es ist immer noch genug Zeit, mehr zu
leisten."

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