Die Millenniums-Entwicklungsziele
im Südlichen Afrika



Malawi

Ziel 5: Verbesserung der Gesundheit von Müttern

Die Zahl der Frauen, die bei der Geburt eines Kindes sterben, hat sich seit Anfang der 1990er Jahre annährend verdoppelt. Starben 1992 620 von 100.000 Frauen bei der Geburt eines Kindes, so stieg dieser Wert bis zum Jahre 2000 auf 1.120 (nach anderen Angaben 1.800). Das "Economic Justice Network", ein Zusammenschluss von etwa 70 Organisationen der Zivilgesellschaft, fordert deshalb eine entschlossene Politik, um dieses Problem zu lösen. Collins Magalasi, Exekutivdirektor von EJN, sagte kürzlich einem Journalisten: "Das Problem drängt, aber wir haben in einer Analyse festgestellt, dass ihm bei der Verteilung der Haushaltsmittel keine besondere Beachtung geschenkt wird ... Es muss etwas Drastisches geschehen."

Ein Hauptgrund für die hohe Todesrate ist, dass im Jahre 2000 nur 56% aller Geburten mit fachkundiger Begleitung erfolgten, der gleiche Wert wie 1992. Aber inzwischen sind die Risiken von Komplikationen durch die große Zahl der Frauen, die mit HIV/AIDS leben, stark gestiegen. In manchen städtischen Gebieten ist jede dritte werdende Mutter von HIV/AIDS betroffen. Eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung stößt u.a. dadurch auf Hindernisse, dass immer mehr medizinische Fachkräfte das Land verlassen, weil sie schlecht bezahlt werden und die Arbeitsbedingungen sehr ungünstig sind. So verlassen jede Woche mindestens zwei Krankenschwestern das Land. Die Hebamme Rustica Banda hat ihre Lebens- und Arbeitssituation in einem staatlichen Krankenhaus so beschrieben: "Ich muss fünf Kinder ernähren, ebenso fünf Enkelkinder, die zu Waisen wurden. Wir haben hier im Krankenhaus Mitundu eine große Personalknappheit. Es sind immer nur zwei Krankenschwestern im Dienst, und diese müssen sich um Beratung zur Familienplanung, Vorsorgeuntersuchungen werdender Mütter und Geburten kümmern. Wir sehen gewöhnlich 250 Schwangere am Tag. Rechnet man die Frauen hinzu, die zu Fragen der Familienplanung zu uns kommen, sind es 300 oder mehr Patientinnen. Das Krankenhaus ist nicht gut ausgestattet. Die schwangeren Frauen müssen alles im Labor selbst kaufen ... Wir haben nicht einmal Plastikhandschuhe für uns Schwestern, was gefährlich für uns und die Patientinnen ist ... Ich weiß nicht, welchen HIV-Status die Frauen haben, die ich mit bloßen Händen behandle. Ich bekomme für meine Arbeit nur ein sehr kleines Gehalt, 13.000 Kwacha (etwa 60 Pfund) im Monat. Die meisten der Schwestern verlassen die staatlichen Krankenhäuser rasch und gehen zu privaten Kliniken – oder in Krankenhäuser in anderen Ländern ... Ich tue meine Arbeit nicht, um viel Geld zu verdienen, aber ich brauche Geld, um zu überleben."

Zu erwähnen ist außerdem, dass auch das Gesundheitspersonal von HIV/AIDS betroffen ist und an AIDS-bedingten Krankheiten stirbt. Unter diesen Umständen bedarf es großer Anstrengungen, damit Malawi das Millenniumsziel erreichen kann. Das UN-Entwicklungsprogramm UNDP nimmt aber wahr, dass malawische Politiker dieses Problem erkannt haben. Ende Juni sagte ein UNDP-Sprecher in New York zu dieser Frage: "Die Müttersterblichkeit wurde von hochrangigen politischen Persönlichkeiten (in Malawi) als Desaster bezeichnet, und dies macht den politischen Kontext aufgeschlossener für Entwicklungsmaßnahmen sowie Advocacyarbeit von Seiten der Vereinten Nationen."

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