Die Millenniums-Entwicklungsziele
im Südlichen Afrika



Malawi

Ziel 1: Beseitigung der extremen Armut und des Hungers

Zwei Drittel der Einwohnerinner und Einwohner leben nach offiziellen Angaben in Armut. Nach Berechnungen für das Jahr 2000 hatte die Hälfte der Bevölkerung bereits 4-6 Monate vor der nächsten Ernte keine ausreichende Nahrungsmittelversorgung mehr. Die Verarmung der ländlichen Bevölkerung hat auch zur Konsequenz, dass die städtischen Armenviertel wachsen. Im August 2005 kündigten Regierungsstellen an, dass die Bewohner einiger illegaler Siedlungen in der Hauptstadt Lilongwe zwei Wochen Zeit hätten, ihre Hütten zu verlassen, danach würden diese zerstört. Diese Maßnahme, die an die Regierungspolitik in Simbabwe erinnert, löste Proteste bei den Betroffenen aus, die darauf verwiesen, dass sie keinen Boden in ländlichen Gebieten besitzen, auf den sie zurückkehren könnten. Dies lässt die Frage aufkommen, ob eine Armutsbekämpfungspolitik geplant ist, die tatsächlich die Armen bekämpft.

Ein besonders krasses Beispiel für tiefe Armut und Ausbeutung bietet die Situation der Pächterfamilien in den Tabakanbaubetrieben. Eine Untersuchung von katholischen Ordensleuten der "Weißen Väter" enthüllte im März 2005 einen erschreckenden Umfang von psychischer, physischer und sexueller Gewalt gegen diese wirtschaftlich völlig abhängigen Menschen. Vor allem Frauen sind betroffen. Außerdem ließ der Bericht erkennen, wie weit verbreitet Kinderarbeit beim Tabakanbau ist, bedingt durch den großen wirtschaftlichen Druck, unter dem die Pächterfamilien stehen. Die Abhängigkeit von Angestellten und Managern der großen landwirtschaftlichen Betriebe wird noch dadurch vergrößert, dass mehr als die Hälfte der Familien gezwungen ist, bei ihnen Kredite aufzunehmen. Dieses Beispiel macht deutlich, dass sich hinter den Statistiken von Armut im Südlichen Afrika zahllose Schicksale von Verelendung, Gewalt, sexueller Nötigung und Misshandlung verbergen.

2005 erlebte Malawi im vierten Jahr hintereinander eine Dürre. Die Produktion erreichte lediglich 37% des nationalen Bedarfs am Grundnahrungsmittel Mais. Mitte des Jahres wurde geschätzt, dass die Ernährung von 4,2 bis 4,6 Millionen Menschen nicht gesichert war, dass also mehr als ein Drittel der Bevölkerung von Hunger bedroht war.

Ob es gelingt, die Millenniumsziele zu erreichen, die Zahl der Armen und die der Hungernden bis 2015 zu halbieren, hängt von vielen Faktoren ab. Darunter ist auch die Entwicklung der klimatischen Verhältnisse zu nennen. Für das Agrarland Malawi ist dies einer der wesentlichen Faktoren, die die Höhe des Wirtschaftswachstums beeinflussen. Ein jährliches Wachstum von etwa 6% wird erforderlich sein, um die Millenniumsziele zu erreichen. Ein Ziel der Regierung ist es, die Kleinbauernfamilien gezielter und wirksamer zu unterstützen, um so die ländliche Armut schrittweise zu überwinden. Dazu sollen u.a. Kleinkreditprogramme ausgeweitet werden.

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