Die Millenniums-Entwicklungsziele
im Südlichen Afrika



Lesotho

Ziel 7: Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit

Im Jahre 2002 hatten 76% der Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser und 37% zu einer angemessenen Abwasserentsorgung. Im Blick auf das Trinkwasser ist einschränkend zu sagen, dass Lesotho in den letzten Jahren mehrmals von langen Dürreperioden betroffen war, die auch die Trinkwasserversorgung gefährdeten.

Trotz begrenzter Wasserressourcen hat die Regierung Mitte der 1980er Jahre einem gewaltigen Projekt zur Ableitung von Flusswasser nach Südafrika zugestimmt, dem Lesotho Highland Water Project. Mit Finanzierung der Weltbank und anderer internationaler Finanzeinrichtungen sind bereits drei gewaltige Staumauern entstanden, weitere sind geplant. Sie dienen der Speicherung von ausreichend Wasser für eine kontinuierliche Lieferung des Wassers nach Südafrika sowie der Stromerzeugung. Glaubt man den Befürwortern, bringt das Megaprojekt allen Vorteile: der Region um Johannesburg ausreichend Wasser, der Regierung Lesothos große Einnahmen aus dem Wasserverkauf und zusätzlich Elektrizität und auch die etwa 30.000 durch den Staudammbau ungesiedelten Menschen würden durch Kompensationen besser gestellt als früher. Kritiker verweisen darauf, dass das Wasser für die Entwicklung Lesothos fehlt und dass auch in Südafrikas trockenem Norden nun weniger Wasser aus dem Oranje-Flusssystem ankommt. Außerdem seien die Wasserlieferungen in die Region Johannesburg überflüssig, wenn dort sparsamer mit dem kostbaren Nass umgegangen werde, u.a. durch die Beseitigung von Leckagen in Leitungssystemen und die Mehrfachnutzung von Wasser in Gewerbebetrieben.

Die Nichtregierungsorganisation "International Rivers Network" stellte zudem 2001 in der Studie "Pipe Dreams" dar, welche negativen Auswirkungen die Vertreibung von vielen tausend Menschen auf deren wirtschaftliche und soziale Situation gehabt hat. Diese Einschätzung wurde 2003 in einem BBC-Radiobericht bestätigt. Dass die Probleme auch 2005 noch nicht gelöst waren, ergab eine ausführliche Anhörung des Ombudsmans Lesothos, in der die Vertriebenen unter anderem beklagten, nun große Stauseen in der Nähe zu haben, aber nichts von dem Wasser zu erhalten. Der Journalist Thalo Thakalekoala, der die Anhörungen beobachtete, kam zum Ergebnis: "Aus den Aussagen verschiedener Sprecherinnen und Sprecher bei der Anhörung wurde deutlich, dass sich der ökonomische Status vieler umgesiedelter Familien von schlecht zu noch schlechter verändert hat." Zum Gesamtbild gehört auch, dass das Staudammprojekt von einem großen Korruptionsskandal begleitet war, in den auch deutsche Firmen verwickelt waren. Neben der fehlenden ökologischen Nachhaltigkeit hat das Lesotho Highlands Water Project also zahlreiche Nachteile für das Land gebracht.

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