Die Millenniums-Entwicklungsziele
im Südlichen Afrika



Lesotho

Ziel 6: Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen Krankheiten

Dass sich die Lebenserwartung in Lesotho seit den 70er Jahren bis heute von knapp 50 Jahren auf 36 Jahre vermindert hat, erklärt sich vor allem aus der zunehmenden Ausbreitung von HIV/AIDS. 2004 waren 28,9% aller Erwachsenen von der Immunschwäche betroffen und 100.000 Kinder hatten mindestens ein Elternteil verloren. Wie eng diese Krankheit und die wirtschaftliche Not zusammenhängen, beschrieb 2004 ein Beitrag der "New York Times" über die Auswirkungen der AIDS-Epidemie auf Frauen in Lesotho. Textilarbeiterinnen haben schon ein relativ hohes Einkommen für die Verhältnisse Lesothos, aber die Frauen, die in Wohnheimen leben, sind auf "Nebeneinkünfte" angewiesen, um überhaupt etwas Geld nach Hause schicken zu können. So haben sie regelmäßig Sex mit bis zu fünf Männern, die dafür die Miete oder das Essen bezahlen. Dies trägt wesentlich zur Verbreitung von HIV/AIDS unter Frauen bei. Auch volkswirtschaftlich wirkt sich AIDS in Lesotho sehr negativ aus. Die Weltbank fürchtet, dass sich das Bruttosozialprodukt bis 2015 halbieren könnte.

Wanderarbeiter gelten als besonders gefährdete Gruppe und sind deshalb 2005 von Nichtregierungsorganisationen zur Zielgruppe für spezielle AIDS-Aufklärungsprogramme gemacht worden. Antiretrovirale Medikamente, die ein Leben mit HIV/AIDS deutlich verlängern können, werden erst ganz allmählich in Lesotho eingeführt. Von den etwa 22.000 betroffenen Kindern erhielten Mitte 2005 nur etwa 100 eine solche Behandlung. Mit Hilfe einer US-amerikanischen Stiftung sollte diese Zahl bis Ende 2005 auf mindestens 750 erhöht werden. Außerdem werden einzelne Kliniken speziell für Kinder mit HIV/AIDS eröffnet.

Malaria ist in Lesotho aus klimatischen Gründen kaum verbreitet. Demgegenüber ist die Zahl der Tuberkulosefälle vor allem als Folge der Immunschwäche durch HIV/AIDS allein von 2001 bis 2002 von 655 auf 725,5 Kranke pro 100.000 Einwohner angestiegen.

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