Die Millenniums-Entwicklungsziele
im Südlichen Afrika



Lesotho

Ziel 1: Beseitigung der extremen Armut und des Hungers

Gemessen an der schwierigen Ausgangslage hat Lesotho mit Platz 149 beim "Human Development Index" eine relativ hohe Position erreicht. Die Lebenserwartung beträgt allerdings lediglich 37,2 Jahre (2003). Beunruhigend ist auch, dass Lesotho beim "Human Poverty Index" lediglich auf Platz 91 von 103 bewerteten Ländern kommt. Dies ist ein Indiz für die krassen sozialen Unterschiede im Land. 43,1% der Bevölkerung müssen von weniger als einem Dollar am Tag leben. Das durchschnittliche jährliche Prokopfeinkommen betrug 2003 lediglich 590 Dollar, und die ärmsten 20% der Bevölkerung müssen mit 1,4% des Volkseinkommens auskommen. Die neuesten UN-Zahlen besagen, dass 59% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze leben und 40% sogar als "äußerst arm" bezeichnet werden müssen. Die große Armut und das niedrige durchschnittliche Prokopfeinkommen erklären sich nicht zuletzt daraus, dass die Arbeitslosigkeit mit 31% (2002) sehr hoch ist.

Die Dürreperioden der letzten Jahre haben die Ernährungssituation der Bevölkerung drastisch verschlechtert. So wurde im Oktober 2004 befürchtet, dass in den folgenden Monaten 948.000 Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sein würden, fast die Hälfte der Bevölkerung. Mitte 2005 diagnostizierte die Welternährungsorganisation FAO für Lesotho einen "Abwärtstrend" in der Nahrungsmittelproduktion. Die Ernährungssituation wird nicht nur durch fehlenden Regen negativ beeinflusst, sondern auch durch die große Zahl von Menschen, die auf Grund von HIV/AIDS erkrankt sind. Viele betroffene Familien mussten die Anbauflächen reduzieren. Die Produktivität ist unzureichend, weil moderne Anbaumethoden kaum verbreitet sind und es an guter Saat und Dünger fehlt. Als eine Lösung wird die Ausweitung der Bewässerungslandwirtschaft propagiert, wobei aber zu berücksichtigen ist, dass dies den Wasserbedarf weiter erhöht. Obwohl mehr als 85% der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft tätig sind, trägt dieser Bereich nur 17% zum Bruttosozialprodukt bei.

Als weiterer Faktor zur Verschärfung der Ernährungskrise kommt die hohe Arbeitslosigkeit hinzu. Vor allem wirkt sich aus, dass Tausende von Männern ihre Arbeitsplätze im südafrikanischen Bergbau verloren haben, nachdem dort die Produktion rationalisiert worden ist. Deshalb können arme Bauernfamilien keine Lebensmittel hinzukaufen, und vielen städtischen Familien fehlt das Geld, um ausreichend Lebensmittel zu erwerben. Die Krise der Textilindustrie wird diese Probleme noch verstärken. Lesotho steht also sowohl vor einem Problem der nicht ausreichenden Nahrungsmittelproduktion als auch einem Problem der fehlenden Kaufkraft. Dies lässt keinen großen Optimismus im Blick auf die Erreichung des Millenniumsziels zu.

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