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Lesotho: Bedeutende Erfolge auf dem Weg zur allgemeinen Grundschulbildung

Nachdem Lesotho im Jahre 2000 die Schulgebühren für die Primarschulen abgeschafft hat, ist der Anteil der Kinder stetig gestiegen, die eine Schule besuchen. Waren es im Jahre 2000 erst 60%, so erreichte dieser Anteil 2003 bereits 85%. Lesotho hat damit sehr gute Aussichten, das Millenniumsentwicklungsziel im Bereich Bildung zu erreichen. Mit internationaler Unterstützung hat es die Regierung von Lesotho parallel geschafft, eine große Zahl neuer Schulräume zu bauen und Schritte in Richtung auf eine Verbesserung der Qualität des Unterrichts zu ergreifen. Allein 2006 wurden 17 neue Schulen in Gebieten eröffnet, wo die Kinder bisher sehr lange Wege zur Schule zurücklegen mussten.

Außerdem wurden in bestehenden Schulen viele neue Klassenräume gebaut, sodass die Zahl der Schülerinnen und Schüler je Klasse von 70 auf 50 vermindert werden konnte. Gleichzeitig wurde die Ausstattung der Klassen deutlich verbessert. Fehlten 2000 noch für ein Viertel der Schulkinder Stühle, so ist dieses Problem heute fast vollständig behoben. Um die Qualität des Unterrichts zu verbessern, wird in Fortbildungsprogramme für Lehrerinnen und Lehrer investiert. Es bleiben noch Probleme bestehen. Zwar hat sich der Anteil der Kinder vermindert, die vorzeitig die Schule verlassen, aber 2003 betrug dieser Anteil noch immer 35%. Zu den Gründen gehören Schwangerschaften, die Übernahme des Viehhütens für die Familie sowie die Notwendigkeit, an AIDS erkrankte Familienmitglieder zu betreuen.
Ein Gesetz soll jetzt die Schulpflicht im Primarschulalter einführen, um Druck auf die Eltern auszuüben, die Kinder nicht länger zum Viehhüten einzusetzen. Ein weiteres Problem bleibt bestehen: Die Sekundarschulausbildung ist nicht kostenlos, und diese Tatsache beendet die Bildungsmöglichkeiten vieler Kinder aus ärmeren Familien abrupt.
Einen Beitrag zu dieser Thematik finden Sie unter:http://www.ipsnews.net/news.asp?idnews=35864

Erfolg versprechende AIDS-Initiative in Lesotho

Lesotho hat eine neue Strategie entwickelt, um HIV/AIDS zu bekämpfen. In einem Beitrag der südafrikanischen Wochenzeitung "Mail & Guardian" vom 6. Juli 2006 wird diese Strategie als "revolutionär" bezeichnet. Es sollen jeder Einwohner und jede Einwohnerin des Landes ab 12 Jahren regelmäßig getestet werden. Etwa ein Viertel der etwa zwei Millionen Einwohner Lesothos ist HIV positiv oder bereits an AIDS erkrankt. Die landesweiten AIDS-Tests, die auf freiwilliger Basis erfolgen sollen, erhöhen die Aussicht, dass die Krankheit nicht lediglich als Problem "der Anderen" angesehen wird und dass die Erwachsenen zu einem verantwortungsbewussten Verhalten ermutigt werden. Auch wird erwartet, dass die Diskriminierung derer, die sich testen lassen oder bei denen eine Infizierung festgestellt wurde, in der Gesellschaft zurückgeht. Um das Programm zu einem Erfolg zu machen, sollen alle Familien von Beratern besucht werden. Jugendliche können sich testen lassen, ohne dass eine Zustimmung der Eltern vorliegen muss. Parallel sollen die Angebote zur Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten ausgeweitet werden. Prävention und Behandlung sollen im Rahmen der neuen Strategie bis 2007 für alle Einwohner zur Verfügung stehen.


"Lesotho hungert im Schatten des reichen Südafrika"

So lautete am 7. Februar 2006 der Titel eines BBC-Berichts von Justin Pearce aus Lesotho. In dem Beitrag kommt der Bauer Moloko Lekhoana ausführlich zu Wort. Er berichtete unter anderem: "Im letzten Jahr habe ich nur drei Sack Mais geerntet." Und die Trockenheit in diesem Jahr lässt nicht erwarten, dass es eine bessere Ernte geben wird. Die Bewohner seines Dorfes Morifi bauen bereits seit einem Jahr mit finanzieller Unterstützung der Regierung und des World Food Programme einen Erdwall, mit dem in der Regenzeit das Wasser aufgefangen werden soll. Es wird damit gerechnet, dass es noch ein weiteres Jahr dauern wird, bis der Damm in Handarbeit fertig gestellt ist. Gleichzeitig entstehen in Lesotho unter Einsatz modernster Technik mehrere Großstaudämme, um Flusswasser zu speichern und in großen Mengen an das Nachbarland Südafrika zu verkaufen. Neben dem Wassermangel ist die Verschlechterung der Bodenqualität ein Grund dafür, dass gegenwärtig ein Viertel der Bevölkerung Lesothos unter Hunger leidet. Moloko Lekhoana sieht einen Hauptgrund dafür in der Überweidung: "Die Tiere sind überall herumgezogen." Die Dürre hatte allerdings inzwischen zur Folge, dass viele Tiere verhungert sind oder aus wirtschaftlicher Not verkauft werden mussten. So fehlt es inzwischen an Tieren, um die Pflüge zu ziehen, sodass manche Felder nicht mehr bestellt werden. Ein weiterer Grund für die Bodenerosion sind Monokulturen. Viele Landwirte haben Jahr für Jahr Mais angebaut. Jetzt nehmen die Erträge drastisch ab. Die landwirtschaftlichen Erträge sind zu einer Zeit zurückgegangen, wo die Bevölkerung dringender denn je auf sie angewiesen ist. Bis vor einigen Jahren arbeiteten hunderttausende Männer in südafrikanischen Bergwerken. Aber Rationalisierungsmaßnahmen und die Erschöpfung mancher Rohstoffvorkommen haben dazu geführt, dass die Zahl dieser Wanderarbeiter ständig zurückgeht. Beschäftigungsmöglichkeiten im eigenen Land gibt es aber außerhalb der Landwirtschaft kaum und entsprechend groß ist die Not der Familien, die nun vollständig auf diese Einnahmequelle angewiesen sind. Als weiteres Problem kommt hinzu, dass die Kosten der Familien für die Behandlung von AIDS-Patienten ständig steigen. Es wird geschätzt, dass etwa ein Drittel der Erwachsenen in Lesotho von HIV/AIDS betroffen sind.
Den BBC-Bericht finden Sie unter:http://news.bbc.co.uk/2/hi/africa/4678330.stm

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